30.11.2009, 08:00, im verschneiten Vorörtchen von Paris, Issy-les-Moulineaux. Der Wecker klingelt.
Schanta Klaus schrickt hoch. Mais non, c’est reduit au calendrier? Ich bin doch gerade erst vor 11 Monaten ins Bett gegangen? Eifrig hastet er aus dem Bett und startet seinen Apfel. In der Fenster-Sidebar bestätigt sich seine Befürchtung: Die 24-Tage-Horrorschicht beginnt! Und saukalt ist’s auch noch!
Hoffentlich hat der blöde Ochs alles hergerichtet! (Anm: Der bürgerliche Name vom „Ochs in der Kripp“ lautet v000nix). Ein kurzer Blick in den Stall stimmt ihn schon ein wenig zuversichtlicher: Tmjosef ist schon drüber, die Ren(n)tiere zu satteln. Sofort läuft TmJosef auf Schanta Klaus zu.
„In den Nachrichten der manisch Gestörten lief gerade eine Sendung über Adveniacs“.
„Ach herrje, jetzt erwarten noch mehr Leute Geschenke. Fehler werden nicht akzeptiert und das offensichtliche Übergewicht wird nur müde belächelt. Wo steckt denn der Ochs?“
Tmjosef deutet auf die große Fabrikhalle. Ungestüm stapft Schanta auf das Tor zu. Als er seine dicken Handschuhe auf die große Klinke legt, fliegt das Tor mit einem Satz auf und der verrückte Hirte der Lämmer (Anm: Mad = Verrückt) fliegt in einem weiten Bogen an ihm vorbei und landet mit der Schnauze im Schnee.
„Was ist los?“
„Ach, der blöde Ochs hat gesagt, ich soll dich endlich aufwecken. Ging ja schnell.“
„Wie schaut’s mit den Geschenken aus?“
„Der Ochs hat mich den ganzen November über wie blöde schuften lassen. Ich hoffe es ist bald vorbei.“
„So so.“
Neugierig betritt Schanta die große Halle.
„Oh mein Gott, was für ein Chaos!“
Halb ängstlich sucht er die Halle Gang für Gang ab. Im hintersten Eck schließlich entdeckt er den Ochs, der auf der Bank sitzt und genüsslich auf einem Stück Schokolade herum kaut.
„Du isst doch nicht schon wieder meine Schoko-Schandis weg??“
„Hallo Schanta, hast du gut geschlafen?“
„War wie jedes Jahr zu kurz. Was treiben die Vorbereitungen?“
„Besser als letztes Jahr! Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen und wir konnten jede Menge toller Geschenke aus ganz Deutschland organisieren. Die Kuh-Muh-Niti hat jede Menge Taler gespendet und das fliegende Auge (Anm. der Redaktion: Er kommt aus Holland) hat uns auch kräftig unterstützt, genauso wie der unmögliche König. Einem großartigen Weihnachtsfest steht nichts mehr im Wege!“
„Hört sich jetzt zwar recht gut an, aber es wird eh wieder Chaos…Egal. Ich helfe TmJosef beim Pferde satteln und stopfe mich mit Essen voll. Ich werde in den nächsten 4 Wochen nicht viel zum Essen kommen. Danke an alle Helferlein! Auf eine wunderschöne Vorweihnachtszeit!“