Track of the Week #18 – Immtutability

Standard

by tmjonas

In letzter Zeit wurden auf TMX vermehrt sogennante „longtracks“ oder „endurance tracks“ veröffentlicht. In TMO-Zeiten haben diese teilweise eine hohe Popularität genossen, sind dann aber immer mehr verschwunden. Erleben wir nun eine Wiedergeburt? – Zu hoffen wärs.

Im Rahmen dieses Artikels werde ich neben dem auserwählten Track „Immtutability“ von (wie der Name erahnen lässt) Tuta etwas allgemeiner auf lange Strecken eingehen und ein paar andere Beispiele vorstellen. Zuerst aber zu Tutas Track…

blaaa

„Immtutability“ ist ein einziges Kurvenwirrwarr – für die einen.

Für die anderen ein wunderbarer Tech-Track in Überlänge. Ich tendiere zu letzterem, bin aber dennoch nicht restlos begeistert vom Track. Gleich zu Beginn wird klar, dass „Immtutability“ ein reiner Tech-Track ist. Nicht hardcore, aber doch mit vielen Schikanen und Schlaufen. Lange Dirtpassagen wechseln sich mit Strassenparts, Tunneln und Holzbretterpassagen ab, dazwischen gibts ab und an mal ein paar kleine Sprünge, sonst konzentriert sich der Track aber voll aufs Fahren. Die Mischung ist gut, könnte aber ausgewogener sein, sind die Dirtparts längen- und häufigkeitsmässig doch klar im Übergewicht. Tunnels sind selten, was für eine gute Gebietsausnutzung spricht. Denn bis auf die Holzbretterparts berühren in der Rally Umgebung alle Blöcke den Boden und mit zunehmender Länge wird der Platz langsam aber sicher knapp. Bei „Immtutability“ kommt dieses häufige Problem von langen Strecken kaum zur Geltung, nur durch ein paar gequetschte Stellen und einen langen Tunnel gegen Ende hin.

Ein anderes häufig auftretendes Problem bei langen Strecken ist die Wegfindung, die Übersichtlichkeit. Häufig muss man dabei einen Kompromiss machen zwischen guter Übersichtlichkeit und ausgefallenen Ideen – beides zusammen ist kaum möglich. Tuta hat sich ganz auf die Übersicht konzentriert und ausgefallene Ideen wie Reuses weggelassen. An zwei drei Stellen hatte ich Probleme, an ebenso vielen hilft ein kleiner Ingame-Pfeil, alles in allem aber sehr gut gelöst!

Spielspassmässig sind die Meinungen sicherlich gespalten. Für Rallytech-Liebhaber ist die Strecke ein wahr gewordener Traum, für andere wird sie „einfach nur langweilig“ sein. Bei meinem ersten Versuch hatte ich meinen Spass eindeutig. Und auch für ein paar weitere Versuche werde ich mich begeistern können. Dennoch hat die Map meiner Meinung nach eine Schwäche: die Abwechslung. Oder eben die fehlende Abwechslung. „Diese Kurvenkombination bin ich doch gerade eben gefahren“ denkt man sich oft. Und nein, es gibt keine (oder wenn, dann sehr wenige) Reuse-Parts.

Mit diesem Thema ist gleichzeitig der Übergang ins Allgemeine gegeben: Was macht eine gute lange Map aus? Welchen Stil/welche Stile sollte sie haben? Wie schwer soll sie sein?

Erstmals mag ich Long-Tracks generell. Allerdings bevorzugt total verrückte Long-Tracks. Also mit ausgefallenen Ideen, Stilwechseln, Reuses, bis hin zu story-mässigen Abenteuertracks à la Golo (Beispiele dazu später). Sprich: Abwechslung ist mir noch einen Tick wichtiger als die Übersicht. Einfache Racetracks, die „in die Länge gezogen“ wurden, müssen schon einen super Flow haben und absolut ohne Wegfindungsprobleme bleiben, um mich zu begeistern. Was „Immtutability“ ziemlich gut hinkriegt.

Wie siehts denn bei euch aus? Mögt ihr Long-Tracks? Wieso, wieso nicht? Wenn ja, in welchem Stil? Benutzt die Kommentarfunktion!

Nun noch zu ein paar anderen Erlebnistracks aus den letzten Monaten, die ich nur empfehlen kann.

Ich beginne mit einem Klassiker. Die meisten kennen wohl die „XtreM“-Reihe von evolm. Mit „XtreM 3“ hat diese nun den dritten Teil erreicht, der so lang und so genial ist, wie kein XtreM-Track zuvor. 20 Minuten lang (für Ausserirdische wie viandox 17), so abwechslungsreich wie nur möglich, nie auch nur im entferntesten langweilig und trotz dem immensen Design gibts kaum unübersichtliche Stellen. Das ist endurance Mapping in Perfektion, unbedingt fahren!

Eine weitere Perle ist Golos vor kurzem veröffentlichter „Inca Temple“. Im Rennen um den verrücktesten Track wohl konkurrenzlos. Beim „Inca Temple“ handelt es sich nicht um einen Track im eigentlichen Sinn, eher um einen Abenteuertrack mit mehreren „Quests“. Immer wieder gibt es kleine Aufgaben zu lösen, die oft durch spezielle Kameras in Szene gesetzt werden. Sei es eine Verfolgungsjagd durch ein Tunnellabyrinth, ein Halfpipejump oder ein platformmässiger Parcours. Auf den gut 25 Minuten erwartet den Fahrer also einiges. Die Übersichtlichkeit geht dabei zwangsläufig etwas verloren, dadurch geht es beim Track aber auch nicht, ausserdem helfen an schwierigen Stellen kleine GPS-Cams. Erwähnenswert ist noch die spezielle Atmosphäre des Tracks, welche durch eine Mod, diverse Sounds und die Tempel-Scenery verströmt wird.

Wenn wir schon bei Golo sind, will ich noch „As far as eyes can see“ erwähnen. Diese Desertmap, mit gut 10 Minuten etwa halb so lang wie der „Inca Temple“, besticht durch geniale Ideen und immens hohe Abwechslung. Hinzu kommen technische Tunnelabschnitte und ein paar sehenswerte Reuse-Parts. Fast schon unglaublich, dass die Übersicht praktisch nie verloren geht.

Am ehesten mit Golos Tracks vergleichbar ist „Keep Cool“ von Bennnnnnn, die wohl vielen durch das Showcase bekannt ist. Hier sticht vor allem der unglaublich hohe Schwierigkeitsgrad ins Auge. Bennnnnnn hat sich zusätzlich dem Blockmixing bedient und so zuvor nie gesehene Übergänge geschaffen, die den Fahrern alles abverlangen. Ein Track für die Freaks von den Freaks, oder für Leute mit unglaublichen Nerven. (Tip: schaut euch Golos Replay an)

Eine ganz andere Schiene fährt „Broken Wings“ von Sebik, gebaut für den CoppersMillionCup. Jederzeit gut vorhersehbar, mit wunderbarem Flow und tollen Kurvenkombinationen ausgestattet. Die Kehrseite der Medaille ist die fehlende Abwechslung. Da auf eine gute Übersicht geschaut wurde, ging die Abwechslung zwangsläufig baden, da helfen auch die smoothen Jumpkombinationen nicht weiter. Dennoch ein absolut fahrenswerter und gelungener Track.

Damit dieser Artikel auch mal ein Ende findet, kommen hier noch drei Tracks und ein Autor im Schnelldurchlauf. Erwähnenswert sind noch „Lunati-c-oast“ von PI_R48, „Final Fantasy“ von Bricedenice und „Monstrosity“ von KiwiNinja. Die beiden letztgenannten waren gleichbedeutend mit dem Rücktritt des jeweiligen Bauers. Vor allem „Monstrosity“ hat etwas hingekriegt, was vorher kaum eine Long-Map geschafft hat: es ist ein regelrechter WR-Fight darauf entstanden! Verdient ist es auf jeden Fall, die Map ist meiner Meinung nach die beste Strecke der Sparte „nicht so verrückt, dafür übersichtlich“. Auch den Namen NilL verbinde ich unweigerlich mit (hochklassigen) Endurance-Tracks, gleich 5 Stück hat er in naher Vergangenheit auf TMX geladen.

Kennt ihr weitere lange Strecken, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten? Nutzt die Kommentarfunktion!

»

  1. Longtracks – da werden Erinnerungen an endlose Fahrten auf Cats TMO-Server wach. Es gab damals sogar einen speziellen Longtrack-Wettbewerb, den Endless Summer Cup, durchgführt vom AFG. Schön, das dieses Genre eine Renaissance erlebt – schon als Gegengewicht zu den Minis. Ein gutes Thema zu richtigen Zeitpunkt aufgegriffen, tmjonas!
    Longtracks sind für einen Mapper eine besondere Herausforderung. Wenn der Track nicht langweilig werden soll, muss man verschiedenste Stile in der Map kombinieren und ausbalancieren, ohne die grundlegenden Anforderungen an einen Track zu vernachlässigen.
    Ich selber habe zu 2006 3 Longtracks veröffentlicht (Desert, Rally und Snow – TMO halt), die bei TMX und der community gut angekommen sind. Wegen des frisch veröffentlichten TMN lag die Aktivität in der TMO-Community damals gerade kanpp über der Grasnarbe – 10 Awards brachten einen an die Spitze der BOTW 😉 Mein Desert- und mein Rally-Longtrack wurden damals sogar beim Endless Summer Cup gefahren, der Snowtrack war für diesen Wettbewerb zu knackig: Mein Autorenreplay steht noch immer bei TMX an der Spitze, obwohl ich 3x respawnen musste 🙂
    Wer sich an den Tracks mal versuchen will, hier sind die Links:
    DMs loong desert: (5:30): http://original.tm-exchange.com/main.aspx?action=trackshow&id=177233#auto
    DMs looong rally (4:30) http://original.tm-exchange.com/main.aspx?action=trackshow&id=183910#auto
    DMs looong Snow (7:30) http://original.tm-exchange.com/main.aspx?action=trackshow&id=196806#auto
    Ich habe die Tracks eben noch einmal getestet, man kann sie auch unter TMUF fahren. Für den heitigen Geschmack sind sie etwas rauh, aber das ist halt auch der Charme von TMO 🙂

  2. PS: Auf diesen Tracks wurden einige der Stunts zu „Any Questions?“ eingefahren – noch so eine Sache, die heute undenkbar ist …

  3. Ich persönlich bin zusammen mit den Gründungsmitgliedern von XR auf Longtracks groß geworden und wir hatten zum Ende von aQ auch DEN Longmapper von TmO im Clan: Catfish

    Leider hat er fast keine Strecken auf TMX, wir haben aber zum Glück noch viele auf der Platte. DIe Strecken waren nie unter 2 Minuten, konnten aber bis 15 oder 20 Minuten dauern.
    Die Perfektion der Maps, die du hier vorgestellt hast, erreichen die Maps von Catfish nicht, aber sie sind eben wahre „Klassiker“. Old-School TmO wie es im Buche steht.

    Was ich an diesen Maps so schätze ist die enorm gesteigerte Kommunikation im Vergleich zu 1-Minütern. Wie gesagt, damals in der Startzeit von mir in TmO traf man sich mit 5- 10 Clanmitgliedern jeden Abend auf diesen Longtracks und fuhr diese mit einem Zeitlimit von mindestens 30 Minuten. Täglich. Und hier spielte es eben keine Rolle, wenn man dazwischen mal stehen blieb und zum ratschen anfing. Das kann man sich auf den hart umkämpften Plätzen der 1-Minüter nicht vorstellen.
    Zudem ist die Fahrerei dort viel entspannter, weil es hier eben nicht auf die letzte Sekunde Fahrzeit geht, sondern eher um komplette Minuten ^^ Restarten bringt hier nämlich ab einem gewissen Zeitpunkt nix mehr.

    Longmaps würde ich jedem Neuling empfehlen. Einfach mal mit ein paar Freunden unvoreingenommen Longtracks fahren und Spaß haben!

    Der Artikel ist sehr gut geschrieben und sehr gut recherchiert! Super Arbeit, jonas!

  4. Auch ich bin zusammen mit meinen Teamkollegen Fans von langen Strecken!
    Wir fahren sehr oft auf meinem privaten Server irgendwelche langen Maps! Meistens bevorzugen wir jedoch „schlechtere“ Maps, wo man stest was zu lachen hat! 😀
    Empfehlen kann ich dabei folgenden Autor namens „appadaumen_de“! Hier ein Link zu seiner enormen Streckensammlung auf TMX:
    http://united.tm-exchange.com/main.aspx?action=tracksearch&mode=1&id=1189044

    Falls jemand vo neuch mal wirklich eine extreme Herausforderung für sein Gehirn sucht sollte er sich folgende Strecke mal zu Gemüte führen: http://united.tm-exchange.com/main.aspx?action=trackshow&id=1434957#auto
    Gebaut worden ist sie von einem Russen. Die gesamte Strecke ist so kompliziert und komplex, dass einem beim Fahren der Kopf die ganze Zeit raucht. Man sollte jedoch einen sehr, sehr gut ausgeprägten Orientierungssinn (wie ich ^^) haben um in diesem Chaos zurechtzufinden. Wenn man jedoch schließlich wirklich mal alle CPs aufgesammelt hat und die Strecke finisht kann man wirklich stolz sein. Bisher bin ich glaube ich die einzige Person (außer dem Autor ^^), der die Map gefinisht hat. Und das sogar schon 2x! 😀
    Bitte gebt der Strecke eine Chance! Vorallem zusammen kann sie unglaublich viel Spaß machen! 😉

    Was ich hier auch noch sagen wollte: Ich würde mich auch mal sehr freuen, wenn sich mehr deutsche TM Fahrer beim CMC Cup beteiligen würden. Das ist so ein geniales Event – einfach genial! 🙂
    Zur Information: Als ich beim letzten CMC knapp 2. wurde folgte der nächste Deutsche glaube ich auf Platz 26, dann 38 und noch 84 oder so. Insgesamt 4 deutsche Fahrer unter 120 Teilnehmern … Wieso??? :-/

  5. Was bitte sind Reuses?^^

    Dafür, dass man die sich mal herunterlädt, sind das aber wohl zu viele, da wäre vielleicht mal nen Server nur mit longmaps interessant 🙂

  6. Reuses sind Parts einer Strecke, die ein zweites (und evtl. drittes…) Mal befahren werden. Man verwendet ein Part also mehrmals.
    Ist ziemlich knifflig, Reuses zu bauen, bei denen die Übersicht nicht verloren geht.

  7. Oder ganz einfach überesetzt: Wiederbenutzung

    Longmaps? Longmaps!

  8. Mh irgendwie dein Comment übersehen Marci. Danke für die Links, werd mir sicher mal ein paar Maps anschauen! 😉
    Hab bisher kaum was vom CMC mitbekommen, habe aber generell nicht genug Nerven, lange gut zu fahren 😛 Aber mal sehen, würde vllt trotzdem Spass machen.

  9. Ich hab mich schon gewundert! 😛
    Die Inca Tempel Strecke muss ich mir echt mal anschauen, wenn ich wieder genug zeit finde! Scheint alles sehr gut gestaltet zu sein!

  10. schönes review zu tuta’s map und longmaps allgemein 🙂
    Die Map is für mich eher das erste was du unter dem screen genannt hast , aber es war auf jeden Fall wert sie zu fahren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s