Director’s Cut: Nitrolicious 2

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by quentintmtino
Da beschwere ich mich lautstark über die vielen „Cam2-Racevids“ und das zweite Video, das ich euch vorstelle, fällt in diese Kategorie? Richtig – ich kann mich ja schlecht beschweren, ohne zu zeigen, wie man es besser (und in diesem speziellen Fall sogar gut) macht. Nitrolicious 2 ist ein Clanmovie des belgischen TMNF-Clans Pure Nitro, der Vorgänger Nitrolicious sorgte im Februar 2009 bereits für Aufsehen (ca. 6.000 Views, knapp 70 Bewertungen). Nitrolicious 2 hat bereits in den ersten drei Tagen über 1500 Views und über 100(!) Bewertungen. Typisch für TMNF-Clanmovies besteht es aus Replays mehrerer Fahrer auf verschiedenen Tracks, fast auschliesslich aus der Verfolgersicht (Cam2) – soweit also nichts besonderes. Aber AZKME (der Macher beider Videos) hat nicht nur in vielen Details besser gearbeitet als viele andere, er hat einfach viele grundlegende Dinge beachtet und richtig gemacht.

Vodpod videos no longer available.

Was unterschiedet also die Nitrolicious-Videos von all den anderen TMNF-Clanvids? Viele Details, auf die ich hier gar nicht eingehen will (schliesslich schreibe ich hier nicht für Videomacher). Mir geht es um die Basics, die Grundlagen, die auch ein Betrachter erkennen kann. Weder mit der Kamera noch mir dem Media Tracker wird Aussergewöhnliches oder Aufwändiges gemacht, von Kameraführung kann man bei durchgehender Cam2 eigentlich nicht sprechen. Der MT beschränkt sich auf Farb- und Kontrastanpassungen. Liegt es vielleicht an der verwendeten Software? After Effects ist inzwischen weit verbreitet und wird hier zurückhaltend eingesetzt: Titel, Einblendungen von Tracknamen und Autor, Abspann. Sony Vegas, Photoshop und ein paar Konverter – nicht aussergewöhnliches, alle diese Programme sind weit verbreitet und zu jedem gibt es Alternativen.

Da ich gerade vom Abspann rede: Hier erkennt man auch als Laie, das auf ALLE Aspekte des Videos Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Arbeit verwendet wurden. Und damit haben wir bereits einen wichtigen grundlegenden Punkt: Bei der Masse der Videos wird in den Vorspann und das eigentliche Video Arbeit gesteckt, der Abpsann aber vernachlässigt oder weggelassen. Hier bekommt man alle interessanten Infos: Macher, Strecken, Musiktitel, Fahrer, Werkzeuge, Credits, Kontakte. Diese Sorgfalt merkt man dem gesamten Video an, nichts ist einfach lieblos zusammengeklatscht, nichts nach dem Zufallsprinzip entschieden. Nirgendwo hat man den Eindruck, AZKME hätte einfach in der Effektbox herumgegrabbelt und sich gesagt: „Den nehme ich jetzt, der sieht gut aus und ich habe ihn noch nicht verwendet.“

nitrolicious2

Ein weiteres Beispiel für die Sorgfalt, mit der AZKME gearbeitet hat: Achtet mal auf die Farben der Schilder auf den Tracks und die Farben der Skins – Fällt euch etwas auf? Richtig, wo nicht die Standardschilder verwendet werden, stimmen Skin- und Schildfarbe überein: Blaue Schilder, blaue Skins (bei 2:32), rote Schilder, rote Skins (bei 5:28). Und wenn man erst einmal entdeckt hat, das die Skins mit Absicht und nicht zufällig gewählt sind, fällt einem auch an anderen Stellen auf, wie sie zum Gesamteindruck des Videos beitragen.

Unsichtbar, aber sehr wohl hörbar ist diese Sorgfalt bei der Auswahl der Musiktitel, ihrer Bearbeitung und Umsetzung im Video. Die Musikauswahl ist frisch, neu, unverbraucht, Stil und Tempo der Stücke passen zueinander. Trotzdem ist die Auswahl vielfältig genug, um nicht zu langweilen. Überhaupt ist die Musik eine der ganz grossen Stärken des Videos – ich habe noch kein Video gesehen (oder vielmehr gehört), bei dem so intensiv und gut an der Musik gearbeitet wurde. Besonders die Übergänge von einem Stück zum nächsten sind aussergewöhnlich gut –  und das über die ganze Länge des Videos. Hier muss ein erfahrener DJ o.Ä. am Werk gewesen sein. Ein sehr schön gemachter Musikwechsel liegt z.B. bei 4:20: Die Musik wechselt stark das Tempo und Stil, und im Bild wird dieser Wechsel von Tempo und Stil mit vollzogen. Nicht nur hier, sondern durch das ganze Video sind Effekte/Übergänge und Trackwechsel wunderbar und exakt auf die Musik und ihre Wechsel abgestimmt, nicht nur vom Timing, sondern auch vom Stil her.

Wenn man sich intensiver mit Videos beschäftigt, vielleicht sogar selber welche macht, bemerkt man all das (mit einiger Übung :D) Achtet beim Ansehen z.B. einmal auf die Trackwechsel und versucht zu erkennen, was da sonst noch passiert. Ihr werdet nicht nur hinsehen, sondern auch hinhören müssen: Der Übergang zum nächsten Track liegt immer auf einem Wechsel der Musik (entweder zu einem anderen Titel oder innerhalb eines Titels z.B. von Strophe zu Refrain). Gleichzeitig und passend dazu ändern sich die Skins, Farbstimmung, Licht etc. Und die Art des Wechsels in der Musik spiegelt sich im Bildübergang wieder (zum Beispiel bei 1:40, 2:25 und 2:50 – aber da gibt es noch viele andere). Alles passt zueinander, unterstützt und verstärkt sich gegenseitig, nichts ist losgelöst von anderem.

purenitroclan
Und hier haben wir den Aspekt, in dem sich Nitrolicious 2 von der Masse abhebt und der es zu einem so guten und erfolgreichen Video macht: Sorgfältige Arbeit in ALLEN Bereichen. Von der Strecken- und Musikauswahl, dem Einfahren der Replays, Auswahl der im Video gezeigten Streckenabschnitte, dem Durchhalten eines grundlegenden Konzepts bei der Gestaltung (Schriften, Farben, Logos, Skins etc), Replay- und Videobearbeitung, Abstimmung von Bildern und Musik (ganz wichtig!), Vor- und Abspann, Veröffentlichung und Werbung.

Webseite purenitro: http://www.purenitro.be/
Nitrolicious auf TM-Tube:
http://www.tm-tube.com/video/7131/nitrolicious—pure-nitro-movie
Download Nitrolicious: http://nitrolicious.purenitro.be/nitrolicious/
Download Nitrolicious2: http://nitrolicious.purenitro.be/

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  1. First! Netter Artikel, leider habe ich mir das Video noch nicht anschauht, da mein DSL zu lahm ist. Werde es aber schnellst möglich downloaden.

  2. Wow! Tolles vid, toller Artikel. 🙂
    Habs noch nich ganz gesehen, kriegt mein i-net nich hin, aber was ich gesehen hab war klasse.

  3. Stimmt, dass das Video mit viel Mühe bearbeitet wurde und schöne Effekte hat, aber im Grund is es langweilig.
    Intro is schön, zwischendrin schöne Effekte, schöne Musik, netter Abspann, schön harmonierende Farben und am Ende doch nur Stadiumfahren in cam2!

    Schöner artikel, doch das Video ist für mich langweilig. Es gibt auch Videos die auch gut geschnitten sind, aber auch noch kreativ sind 😉

  4. Habe das video letztens auf tmtube gesehen und war begeistert, aber nicht von dem gesehenen sonderm vom gehörten. Die Musikauswahl und einbindung der Musik ist Top wie ich finde …
    Hab auch gleich mal einen der Tracks kaufen müssen 😀

  5. Schöner Artikel!
    Finde das Video jetzt nicht so den Hammer, aber es ist ein gutes Beispiel für gelunge cam2 Videos (die trotzdem extrem langweilig bleiben).

  6. Stimme meinen Vorrednern größtenteils zu.
    Man merkt dass wirklich arbeit in dem Video steckt und das AZKME sehr viel potential hat…

    …was er leider für ein Cam2 Video – so gut ausgestaltet wie es auch sein mal – verschwendet hat

    Greets
    Nym

  7. Habe mir inzwischen auch den Anfang angeschaut. Man merkt echt das der Autor es drauf hat. Aber ingesammt finde ich solche Clan-Videos wirklich langweilig. Man könnte seinen Clan auch anders präsentieren. Siehe hal.ko ist auch berühmt geworden, aber durch ein wirklich gutes Video Street Style.

  8. Das traurige ist nur dass solche Videos Beachtung finden.

    Schaut man sich mein Video für meinen exclan European Chaos Union an:
    9 Comments, 1500 Views…

  9. Guter Artikel, schön und mit Sachverstand geschrieben. Aus dem Einerlei der Cam2-Vids sticht das Video deutlich heraus, besonders durch die erstklassige Arbeit mit der Musik, beim Vor- und Abspann. Aber bei TM-Tube gilt halt wie bei TMX: Die Masse kriegt, was die Masse will.

    Den meisten TMlern (Nations und United mal zusammengenommen) geht es halt ums Fahren. Und das Können des Fahrers kann man anscheinend in Cam2-Vids am besten beurteilen.

    Trotzdem: cam2 sucks!

  10. Hi there,

    someone I know told me about your article and I really enjoyed reading it (although I needed a translator, because my german isn’t first class).

    It makes me happy there are some people who enjoy viewing the movie as much as I enjoyed making it. I never had the intention to enjoy the mass (like Dutchman wrote), I just wanted to create something I would enjoy watching.

    I also read the other comments here, and yes, most of the cam work is cam2. It’s a personal taste because I’m not into all the cam-jobs 🙂 I understand some people find it boring, and I respect that, but I like it the way it is.

    Also there is a big diffirence between 2 minute movies and 8 minute movies. It’s way more difficult to keep your audience focussed when the movie passes the 5 minutes mark. A trailer or intro or presentation can be very nicely made, but in my opinion it’s not as good as a longer and decent movie, like Streetstyle, mentioned by Xbody.

    Thanks for viewing and reviewing my movie.

    Cu on the streets!

  11. THX for your feedback AZKME.
    I’ll provide you with an english translation.

  12. No need for an english translation, I used Google Translate when I didn’t understand where you were talking about 🙂

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