Director’s Cut Zeitreise: Ex oriente lux?

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„Ex oriente lux“ – Aus dem Osten kommt das Licht (bzw die Erleuchtung) – Ursprünglich bezog sich dieser Spruch nur auf den Sonnenaufgang, wurde dann aber übertragen auf das Christentum, das ja von Europa gesehen aus dem Osten, dem Orient kam, und in dem Sinne verwendet, dass von dort die Erleuchtung gekommen sei. In der Klassik und Romantik wurde dieser Spruch wieder umgedeutet und gab die Auffassung wieder, dass die menschliche Kultur aus dem Orient oder gar dem Fernen Osten komme.

Wikipedia sei Dank für diesen Happen Allgemeinbildung, denn nach unserer Betrachtung der französischen Stunt- und Freestylevideos wollen wir den Blick wieder auf die deutsche Videocommunity (und damit von Frankreich aus gesehen nach Osten) wenden. Konnten die deutschen Videomacher sich aus den selbst angelegten „StreetStyle“-Fesseln befreien? 

Schon der im Juli 2006 veröffentlichte Trailer zu „StreetStyl3“ sorgte für Aufruhr in der Community und liess etwas Bahnbrechendes erwarten. Das im September 2007 veröffentlichte eigentliche Video übertraf schliesslich alle Erwartungen und setzte neue Maßstäbe – würde man versuchen, sich in diese Richtung weiter zu entwickeln? (und werde ich für diese Einleitung einen Preis bekommen?)

Ein erster Schritt weg vom alten Stil war „The elder Stunts: Oblivion“ von Babbe im April 2007 (ausserdem das erste Stuntvideo von ihm). Keine Fahrervorstellung, kein Loadingscreen, keine Bonusstunts – einfacher Vorspann, schöne Kameraführung, sparsame Effekte, Stunts satt quer durch die TMU-Umgebungen:

Vodpod videos no longer available.

Das im November 2007 von Flo und PacMcMax veröffentlichte „ETA Freestyle“ beschränkte sich auf Bay und übernahm vom gerade erschienenen „StreetStyl3“ gleich den Soundtrack von Pendulum (der ebenso wie die Titel aus den Vorgängern immer wieder in Videos verwendet wurde).  Davon abgesehen liess man sich aber beim Vorspann und Kameraführung von den französischen Freestyle-Videos inspirieren und setzte Effekte sparsam ein:

Vodpod videos no longer available.

„Streetstl3“ setzte auch bei der Verwendung von Videoeffekten neu Maßstäbe – es ging an die Grenze des Machbaren. Es sollte bis Ende 2008 dauern, ehe andere Videomacher sich auch in dieser auch dieser Richtung weiter entwickelten. Besonders „Germans are Coming II“ zeigte das Potential, das in der deutschen Community schlummerte, auch „Uprocking Stunts“ von Logomir zog im Mai 2009 passend zur Musik das Tempo an und sparte nicht mit Effekten:

Vodpod videos no longer available.

Die deutschen Videomacher hatten sich endlich vom Vorbild der Ur-„StreetStyle“-Videos gelöst – was paradoxerweise zu einem guten Teil „StreetStyle3“ zu verdanken ist. KimOhNo hatte die Messlatte so hoch gelegt, das sich Videomacher neu orientieren mussten und dabei neue, eigene Wege fanden.

Links:

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  1. Wieder mal eine gute Zusammenstellung an Videos und toller Artikel.
    ETA Freestyle habe ich noch gar nicht gesehen gehabt.

  2. Ich find’s immer wieder toll deine Artikel lesen zu dürfen quentin, mal wieder schön geschrieben 🙂

    [schleichwerbung]TB rulez (Logomir, Allied, Boy43 -> alle stolze TB-Member ;D[/schleichwerbung]

  3. Jop wieder ein toller Artikel!
    Hab wegen meinem I-net nur das erste Vid geguckt, aber da waren schon ein paar tolle Stunts drin.

  4. schade, dass das erste video bei mir bei 3.25 stoppt :/ weiß echt nicht warum…
    Aber toller artikel und wieder schöne Videos rausgepickt 😉

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